Ein gut erzogener Hund ist eine Freude für den Halter und für die Mitmenschen. Der ideale Hund kommt, wenn man ihn ruft, egal ob Wild, Katzen, Autos, Velos, Radfahrer, Pferde, Jogger oder andere Hunde da sind. Er lässt sich von seinem Besitzer überall anfassen, kämmen, Zähne putzen, Pfoten, Ohren, Augen usw. untersuchen und eventuell verarzten. Er ist stubenrein, kann über mehr oder weniger lange Zeit auch mal allein bleiben, läuft ohne zu ziehen an der Leine und kann vom Tierarzt in Beisein seines Besitzers problemlos behandelt werden. Er kann sowohl in Tram, Bus und Zug, in Restaurants, auf öffentliche, verkehrsreiche Plätze, Kinderspielplätze und in die Ferien ohne Probleme mitgenommen werden.
Ein Hund kann das alles lernen. Die meisten Hunde müssen dies auch lernen, sie können es nicht von sich aus. Ein Hund lernt im allgemeinen gerne. Er muss einfach nur verstehen, was wir von ihm wollen. Wir sollten einen liebevollen Umgang pflegen, aber wir müssen ihm auch Grenzen setzen. Wir sollten ihn oft streicheln und knuddeln, aber wir müssen ihn zwischendurch auch korrigieren. Ein Hund eignet sich nicht für die antiauthoritäre Erziehung, weil er von Natur aus nur dem Leittier folgt. Dazu braucht es bei den meisten Hunden zwischen durch eine Korrektur. Wir dürfen aber niemals im Zorn handeln. Das versteht der Hund nicht. Wir sollten für unseren Hund 'Chef' sein.
Die 9 wichtigsten Hundebefehle: HZ = Hörzeichen, SZ = Sicht- oder Handzeichen, KH = Körperhaltung
NEIN
HZ:Nein
SZ:Kopfschütteln; beim Hund bedrängen
KH:Drohend, leicht vorne übergebeugt, körperliche Anspannung
Das NEIN ist ein absolutes Verbot, das immer besteht. Es darf also heute nichts mit NEIN verboten werden, was morgen wieder erlaubt ist. NEIN ist ein seltener Befehl und deswegen auch um so effektiver, wenn er angewendet wird. NEIN ist ein einmaliger, lauter und strenger Befehl auf die aktuelle Situation. Dulde hier in keinem Fall Ungehorsam. Der einmal gegebene Befehl muss unbedingt befolgt bzw. ausgeführt werden. Um diesem Befehl Nachdruck zu verleihen sind das Werfen der Leine oder Kette sowie Schnauzengriff und Erschrecken gerechtfertigt.
KOMM
HZ:Komm
SZ:Auf Oberschenkel klopfen und / oder Pfeifen
KH:In der Hocke, Arme weit geöffnet, freundliches Lächeln
KOMM sollte immer ein Wort der Freude für Ihren Hund sein, denn dein Vierbeiner soll ja zu dir kommen. Vergiss nachher das Loben nicht, wenn der Hund zu dir kommt! Du erreichst mit Motivation und Lob wesentlich mehr als mit Tadel und Bestrafung. Vor allem bei schüchternen und ängstlichen Hunden kannst du mit Lob und Motivation ein gesundes und soziales Verhalten aufbauen, was der Beziehung Hund und Hundehalter entgegenkommt. Verwende nie die Kombination KOMM HIER, da beide Begriffe unterschiedliche Stellenwerte haben.
SITZ
HZ:Sitz
SZ:Erhobener Zeigefinger (Fingerschnippen / klatschen)
KH:Aufrecht, einen Schritt auf den Hund zu (evtl. leicht vorgebeugt)
Zeigefinger erhoben heisst SITZ. Ganze Hand zu Boden bewegen heisst PLATZ. Das Fingerschnippen oder in die Hände klatschen dient dazu, die Aufmerksamkeit auf dich zu lenken. Dieser Befehl sollte auch später immer wieder mal geübt werden. Der Hund muss auch in einiger Entfernung auf Zuruf von dir Sitz machen können. Das Weg- bzw. Zugehen erleichtern dem Hund zu unterscheiden ob er Platz oder Sitz machen soll, da dies gerne immer wieder, gerade bei jungen Hunden verwechselt wird. Achte darauf, dass dein Hund immer zu dir aufschaut und sich nicht mit dir auf gleicher Höhe oder gar darüber befindet, denn das könnte leicht zu Rangordnungskämpfen verführen.
PLATZ
HZ:Platz
SZ:Flache Hand nach Unten bewegen
KH:Seitlich stehend, den ganzen Körper langsam zum Boden bewegen
PLATZ dient in erster Linie der Sicherheit deines Hundes, da somit auch aus weiterer Entfernung auf Zuruf Gefahren wie unerlaubte Strassenüberquerungen vermieden werden können. Auch ängstliche Fussgänger sehen hier sofort, dass du deinen Hund unter Kontrolle hast.
HIER
HZ:Hier
SZ:Zeigefinger zeigt vor dem Hundeführer zu Boden
KH:Aufrecht, einen bzw. mehrere kleine Schritte zurück
Im strengen Ton muss HIER immer absolut sein, dulde daher keine Umwege deines Hundes, wenn er sich auf dich zu bewegt. HIER ist die Befehlsvariante von KOMM und dient der Unterordnung. Der Hund sitzt vor dir ab.
Fuss
HZ:Fuß
SZ:Mit linker Hand seitlich an Oberschenkel klopfen
KH:Große Schritte, ausladende Armbewegung, leicht nach vorn gebeugt
Auch BEI Fuss, wobei der Befehl Fuss alleine vollkommen ausreichend ist. Dieser Befehl kann sich auf zwei Varianten beziehen. Zum einen an der Leine, am besten benützt du hier die kurze Führleine und zum zweiten ohne Leine (Freifolge), was sicherlich einiges an Gehorsam verlangt.
STOP/HALT
HZ:Stop / HALT
SZ:Lautes klatschen oder lautes Pfeifen
KH:Schnell und mit grossen Bewegungen auf den Hund zugehen
STOP heisst für den Hund sofort und ohne Umwege zur linken Seite des Hundeführers mit anschliessendem absitzen. Ein absoluter Befehl, der höher steht als KOMM. Besonders bei flüchtenden Wild, dem der Hund nachjagen will, ist dieser Befehl unerlässlich.
AUS
HZ:Aus
SZ:Flache Hand nach oben halten
KH:Leicht nach vorn gebeugt, zweite Hand als Ablenkung hochbewegen
Der Befehl AUS dient sowohl als Befehl zum Loslassen von Gegenständen aus dem Fang, als auch bei eventuellen Raufereien, um diese sofort zu unterbinden. AUS wird in strengem Ton gegeben und duldet keine Nachsicht.
OK
HZ:OK
SZ:Kopfnicken
KH:Oberkörper in Richtung des Futters bewegen
Das Kommando OK oder auch ein Begriff Ihrer Wahl dient zur Freigabe des Futters. Erst auf Ihr Kommando hin, darf der Hund zum Futternapf. Einerseits vermeidest du hierbei unkontrolliertes Essen und zum anderen das Aufnehmen von Schmutz, Kadavern und anderen Dingen, die er draussen findet. Später soll das Tier nur von vertrauten und ausgewählten Personen Futter annehmen um zu vermeiden das er möglicherweise vergifteten Speisen erliegt, die ein potentieller Hundehasser anbietet.